Das niederländische Herrentennis befindet sich wieder im Aufwind. Mit Tim van Rijthoven (Rosmalen ‘22) und Tallon Griekspoor (Pune ‘23 und Rosmalen ‘23) wurden kürzlich drei schöne ATP-Titel im Einzel gewonnen, zudem hat sich Botic van de Zandschulp 2022 eindrucksvoll in den Top 25 der ATP-Weltrangliste festgesetzt. Auch im Doppel gibt es derzeit starke Niederländer: Mit Wesley Koolhof (Sieger von Wimbledon ’23 und gemeinsam mit Neal Skupski die Nummer eins der ATP-Weltrangliste) und Jean-Julien Rojer (gemeinsam mit Marcelo Arevalo Nummer sechs der ATP-Weltrangliste) stehen sogar zwei niederländische Tennisspieler in den globalen Top 10 des Doppels. Grund genug also, einen genaueren Blick darauf zu werfen und eine Liste der „besten männlichen Tennisspieler 2023 in den Niederlanden“ zu erstellen!

1 – Tallon Griekspoor

Die Top 15 der männlichen Spieler des Jahres 2023 aus den Niederlanden wird von Tallon Griekspoor angeführt. Der Nordholländer eroberte 2023 bereits zwei ATP-Titel (in Pune und in Rosmalen), wobei es ihm gelang, diverse große Namen zu schlagen. Griekspoor musste lange Zeit Van de Zandschulp vor sich dulden, wenn es um den besten Niederländer der ATP-Weltrangliste ging, doch die guten Ergebnisse im Jahr 2023 sorgten dafür, dass Griekspoor seinen Landsmann inzwischen überholt hat. Dass Griekspoor Titel gewinnen kann, stand schon länger fest. Bereits 2021 beeindruckte er, als er nicht weniger als acht Challenger-Titel für sich verbuchen konnte und eine Serie von 26 Siegen in Folge hinlegte. Wer weiß, was für die aktuelle Nummer 36 der ATP-Weltrangliste noch alles möglich ist.

2 – Botic van de Zandschulp

Botic van de Zandschulp führte die Liste der 15 besten männlichen Tennisspieler 2023 lange Zeit an, wurde aber zum Zeitpunkt des Schreibens von Griekspoor überholt. Van de Zandschulp war 2022 kurzzeitig die Nummer 22 der Welt und muss sich aktuell mit dem 45. Platz der ATP-Weltrangliste begnügen. Seine besten Ergebnisse auf der ATP Tour erzielte der 27-jährige Spieler aus Wageningen in München. Gleich zweimal erreichte Van de Zandschulp hier das Finale, doch zu einem Titel reichte es bisher nicht. Beide Male war Holger Rune der Gegner: 2022 musste Van de Zandschulp verletzungsbedingt aufgeben, während 2023 Rune schließlich die Oberhand behielt.

3 – Gijs Brouwer

Brouwer feierte seinen bisher größten Erfolg in seiner Heimat. In Rotterdam Ahoy überraschte die damalige Nummer 160 der Welt Freunde und Feinde, indem er das dänische Toptalent Rune ausschaltete. Dies bescherte ihm einen ordentlichen Sprung in der ATP-Weltrangliste, wo er mittlerweile auf Platz 145 steht. Es ist daher zu erwarten, dass wir diesen linkshändigen Tennisspieler in der kommenden Zeit vielleicht öfter bei ATP-Turnieren sehen werden. So gab Brouwer im vergangenen Sommer sein Debüt in Wimbledon, wo er direkt gegen Alexander Zverev antreten durfte. Brouwer schlug sich durchaus beachtlich, musste sich aber seinem deutschen Gegner geschlagen geben.

4 – Jelle Sels

Wo wir die oben genannten Namen häufig bei ATP-Turnieren antreffen, bestreitet Jelle Sels seine Spiele zumeist bei Challenger-Turnieren. Im Oktober 2022 gewann Sels seinen letzten Challenger-Titel, indem er in Frankreich unter anderem Jiri Lehecka und Vasek Pospisil besiegte. Kurz zuvor erreichte er auch das Finale im österreichischen Tulln, wo letztlich der Slowake Jozef Kovalik eine Nummer zu groß war. In der ATP-Weltrangliste belegt Sels zum Zeitpunkt des Schreibens Platz 182.

5 – Jesper de Jong

Jesper de Jong ist ein 23-jähriger talentierter Tennisspieler, der von Bas Coulier trainiert wird. Er trat zweimal in einem ATP-Duell an, die er leider beide verlor. Demgegenüber ist De Jong trotz seines jungen Alters bereits dabei, sich auf dem Challenger-Circuit einen Namen zu machen. Der Höhepunkt datiert aus dem Jahr 2021, als er in Almaty (Kasachstan) den Titel holte. Im Finale besiegte er Tomas Barrios mit 6-1/6-2. Seinen letzten Titel sicherte er sich im März 2023, als er das ITF-Turnier im portugiesischen Quinta Do Lago gewann.

6 – Max Houkes

Max Houkes, die Nummer sechs in der Liste der „besten männlichen Tennisspieler 2023“ der Niederlande, tritt hauptsächlich bei Challenger- und ITF-Turnieren an. Er gewann 2022 in Oldenzaal und Haren zwei ITF-Turniere im eigenen Land und sicherte sich zudem den Sieg bei zwei ITF-Turnieren im marokkanischen Casablanca. Zudem durfte er über die Qualifikation versuchen, das Hauptfeld des ABN Amro Open Rotterdam 2023 zu erreichen, doch der 23-Jährige musste sich hier dem Georgier Nikoloz Basilashvili geschlagen geben. 2023 holte Houkes zwei Titel: Im März war er der Beste beim ITF-Turnier in Palmanova, während er im Juli das ITF-Turnier von Den Haag für sich entschied.

7 - Robin Haase

Robin Haase war jahrelang das Aushängeschild des niederländischen Herrentennis, ist aber mittlerweile aus den globalen Top 300 gefallen. Die höchste Position, die er in der ATP-Weltrangliste innehatte, ist Platz 33, was er unter anderem den ATP-Titeln verdankt, die er gewonnen hat. Dies gelang dem 35-jährigen Haase zweimal (2011 und 2012) im österreichischen Kitzbühel. Seinen ersten Turniersieg feierte er in einem Finale gegen den Spanier Albert Montañes, während er 2012 im Finale den Deutschen Philipp Kohlschreiber besiegte. Des Weiteren gewann Haase auch dreizehn Challenger-Turniere und errang mehrere große Titel im Doppel. Seinen letzten Endspielsieg im Doppel feierte er gemeinsam mit Matwé Middelkoop im Februar ’23 in Montpellier.

8 – Tim van Rijthoven

Er erlebte seinen großen Durchbruch bei den Libéma Open 2022 in Rosmalen und ist daher vielleicht etwas bekannter als einige der Namen, die ihn in der Liste der „Top 15 männlichen Tennisspieler 2023“ überholt haben: Tim van Rijthoven. Van Rijthoven erhielt in seiner Heimat eine Wildcard und sorgte bereits für viel Aufsehen, als er nacheinander Matthew Ebden und den Amerikaner Taylor Fritz schlug. Als dann auch noch Hugo Gaston besiegt wurde und Van Rijthoven das Halbfinale erreichte, begann ganz Holland, den 26-jährigen Schützling von Trainer Igor Sijsling erst so richtig kennenzulernen. Doch damit war noch lange nicht Schluss: Im Halbfinale erwies sich Felix Auger-Aliassime über drei Sätze als nicht gewachsen, woraufhin der Niederländer im Finale auch noch auf sehr überzeugende Weise (6-4/6-1) mit dem starken Daniil Medvedev abrechnete. In der letzten Zeit hat die Aufschlagmaschine jedoch mit Verletzungen zu kämpfen, weshalb er seine gute Form nicht fortsetzen konnte und mittlerweile aus den globalen Top 400 gefallen ist.

9 – Alec Deckers

Genau wie Sels und Houkes hat auch Alec Deckers bereits mehrere ITF-Turniere für sich entscheiden können. So durfte er 2021 den Pokal auf dem Hartplatz in Doha in die Höhe strecken und wusste Ende 2022 auch die Turniere im ägyptischen Sharm El Sheikh (Oktober) und im griechischen Heraklion (November) für sich zu entscheiden. Nicht unwichtig: Deckers (23) ist der Sohn des ehemaligen Tennisspielers Richard Krajicek (heute Turnierdirektor des ABN Amro Open in Rotterdam) und Daphne Deckers.

10 – Jarno Jans

Jarno Jans (ebenfalls 23 Jahre alt) schließt die Top 10 der niederländischen Tennisspieler ab, und was an seiner Karriere auffällt, ist, dass er vor allem bei Turnieren in Tunesien in Fahrt kommt. Sowohl 2021 als auch 2022 gewann er zwei Turniere, und bemerkenswert ist, dass es sich dabei ausschließlich um Siege im tunesischen Monastir handelte. Zum Zeitpunkt des Schreibens belegt Jans den 742. Platz der ATP-Weltrangliste, während er 2022 kurzzeitig die weltweite Nummer 467 war.

Die Top 15 der männlichen Tennisspieler 2023 aus den Niederlanden wird zum Zeitpunkt des Schreibens abgerundet durch Sidané Pontjodikromo (11), Ryan Nijboer (12), Guy den Ouden (13), Brian Bozemoj (14) und Buvaysar Gadamauri (15).

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