Der Moment ist gekommen: Das Davis-Cup-Finalturnier der besten Acht steht kurz bevor. Nachdem sich die Niederlande im vergangenen September in der Gruppenphase für die Finalrunde qualifiziert hatten, kann das Team von Kapitän Paul Haarhuis diese Woche um den Titel des prestigeträchtigen Nationalmannschaftsturniers kämpfen. Diese Ausgabe des Davis Cups hat eine ganz besondere Brisanz, denn kein Geringerer als Rafael Nadal hat angekündigt, nach diesem Turnier seine Tenniskarriere zu beenden. Und ausgerechnet Spanien, das Land, das Sandplatzkönig Nadal repräsentiert, ist der Gegner der niederländischen Mannschaft…
Der richtige Moment zum Anhalten
Anfang Oktober verkündete Nadal, der 22-fache Grand-Slam-Sieger, dass der Davis Cup in seiner Heimat sein letztes Turnier sein würde. Insgesamt errang der Spanier 92 (!) Turniersiege und war ganze 204 Wochen lang die Nummer eins der Weltrangliste. Zudem gewann er zwei olympische Goldmedaillen: eine im Einzel (2008) und eine im Doppel (2016 mit Marc López). Der mittlerweile 38-jährige Nadal hatte in den letzten Jahren mit zahlreichen Verletzungen zu kämpfen und deutete in einem Video im vergangenen Monat an, dass dieses Turnier in seiner Heimat „der richtige Zeitpunkt für den Rücktritt“ sei. Aus diesem Grund hat diese Ausgabe des Davis Cups eine ganz besondere Bedeutung.
Besonderes Duell für Van de Zandschulp
Botic van de Zandschulp hat die „Ehre“, Nadal möglichst frühzeitig in den Ruhestand zu schicken. Der Tennisspieler aus Wageningen trifft am Dienstag, den 19. November, um 17:00 Uhr auf Nadal. Wird van de Zandschulp gewinnen? Wenn ja, könnte es, abhängig vom Ausgang der anderen Spiele, Nadals letztes Profispiel gewesen sein. Im Anschluss an das Duell zwischen Nadal und van de Zandschulp spielt Tallon Griekspoor. Auch er trifft in seinem Einzelspiel im Davis-Cup-Viertelfinale auf einen starken Gegner: Carlos Alcaraz, die aktuelle Nummer drei der Weltrangliste.
Steht es nach den beiden Einzelpartien 1:1, entscheidet ein Doppelspiel über den Einzug ins Davis-Cup-Halbfinale. Die Aufstellung für dieses mögliche Doppelspiel ist noch nicht bekannt. Für die Niederlande wurden neben Van de Zandschulp und Griekspoor auch Jesper de Jong und Doppelspezialist Wesley Koolhof nominiert. Spaniens Kapitän David Ferrer hat neben Alcaraz und Nadal Roberto Bautista-Agut, Pedro Martinez und Marcel Granollers ins Team berufen.
Die Chance, Geschichte zu schreiben
Gelingt es den Niederlanden, die Spanier auszuschalten, wäre es das zweite Mal in der Geschichte, dass unsere Landsleute das Halbfinale des Davis Cups erreichen. Das erste Mal gelang dies 2001, als das niederländische Team aus Haarhuis, Jan Siemerink, Sjeng Schalken und Raemon Sluiter bestand. Im vergangenen Jahr qualifizierte sich Oranje ebenfalls für das Viertelfinale des Davis Cups, doch Italien erwies sich als zu stark für Haarhuis' Team. Die Italiener, angeführt vom Weltranglistenersten Jannik Sinner, gewannen anschließend das Turnier und gelten somit auch in diesem Jahr als Titelverteidiger.
Das Finale fand am 24. November statt.
Das Davis-Cup-Finale 8 beginnt am 19. November in Málaga, Spanien. Neben dem Duell zwischen den Niederlanden und Spanien stehen auch die Begegnungen Deutschland gegen Kanada, USA gegen Australien und Italien gegen Argentinien auf dem Programm. Sollten die Niederlande Spanien besiegen und Nadal damit vorzeitig aus dem Rennen werfen, spielen sie am 22. November gegen den Sieger der Partie zwischen Kanada und Deutschland. Das Davis-Cup-Finale findet dann am Sonntag, dem 24. November, statt.
Aktuelle Davis-Cup-Sieger
2018 – Kroatien
2019 – Spanien
2020–2021 – Russland
2022 – Kanada
2023 - Italien
