Die Niederlande haben sich den zweiten Platz beim Davis Cup 2024 gesichert. Damit schreibt das Team von Kapitän Paul Haarhuis Geschichte, denn vor dem Turnier war das Erreichen des Halbfinals im Jahr 2001 die beste Platzierung der Niederlande im Davis Cup. Nach zwei beeindruckenden Siegen gegen Spanien (2:1) und Deutschland (2:0) erwies sich Titelverteidiger Italien im Finale als zu stark für die Niederländer. Dennoch kann das niederländische Team mit großer Zufriedenheit auf das Davis-Cup-Finalturnier in Málaga, Spanien, zurückblicken.

Van de Zandschulp und Koolhof schicken Nadal in den Ruhestand.

Das Davis-Cup-Finale der letzten Acht begann für die Niederlande mit einem Viertelfinale gegen Gastgeber Spanien. Es war eine bewegende Begegnung, da Tennislegende Rafael Nadal Anfang des Jahres angekündigt hatte, dass dies sein letztes Turnier als Profi sein würde. Lange war unklar, ob der „König des Sandplatzes“ in den Niederlanden überhaupt antreten würde, doch schließlich gab der spanische Verband bekannt, dass er im ersten Spiel des Duells zwischen den Niederlanden und Spanien gegen Botic van de Zandschulp spielen würde. Schnell wurde deutlich, dass Nadal in der ausverkauften Arena von Málaga nicht an seine Bestform anknüpfen konnte, und innerhalb von zwei Stunden besiegte Van de Zandschulp den Spanier mit 6:4, 6:4, wodurch dieser auf die Unterstützung seiner Landsleute angewiesen war. Sollten Carlos Alcaraz und Co. das Spiel nicht drehen können, wäre Nadals Rücktritt besiegelt.

Tallon Griekspoor war der nächste Niederländer, der an den Start ging. Sein Gegner war Alcaraz, die Nummer drei der Weltrangliste. Der Spanier konnte das Match mit 7:6, 6:3 für sich entscheiden, sodass ein Doppelspiel nötig war, um den Einzug ins Halbfinale des Davis Cup Final 8 zu sichern. Alcaraz trat erneut an, um Nadals Karriereende noch etwas hinauszuzögern, und spielte an der Seite von Doppelspezialist Marcel Granollers. Für die Niederlande gingen Van de Zandschulp und Doppelspezialist Wesley Koolhof, für den es ebenfalls das letzte Turnier seiner Profikarriere war, an den Start. Es entwickelte sich ein wahres Spektakel, wobei sich insbesondere Koolhof als exzellenter Doppelspieler erwies. Er gewann das packende Match zusammen mit Van de Zandschulp mit 7:6, 7:6 und sicherte sich damit nicht nur Nadals letztes Profispiel, sondern auch den Einzug ins Halbfinale.

Auch Deutschland ist frühzeitig nach Hause gefahren.

Im Halbfinale hieß der Gegner Deutschland. Deutschland, das ohne Weltklassespieler Alexander Zverev nach Málaga gereist war, hatte im Viertelfinale Kanada besiegt und traf somit im Halbfinale des Davis Cups auf die Niederlande. Van de Zandschulp durfte erneut als Erster antreten und spielte gegen Daniel Altmaier. Van de Zandschulp und sein deutscher Gegner lieferten sich einen fast dreistündigen Kampf, den der Niederländer schließlich mit 6:4, 6:7, 6:3 für sich entschied. Anschließend war Griekspoor an der Reihe, der gegen Jan-Lennard Struff den Sack zumachen musste. Auch diese Partie entwickelte sich zu einem spannenden Spektakel. Struff gewann den ersten Satz mit 7:6, woraufhin Griekspoor sich zurück ins Match kämpfen musste. Er hatte Erfolg: Er gewann den zweiten Satz mit 7:5 und konnte sich auch den dritten Satz mit 6:4 sichern, wodurch sich die Niederlande zum ersten Mal in ihrer Geschichte für einen Platz im Davis-Cup-Finale qualifizieren konnten.

Titelverteidiger Italien zu stark für die Niederlande

Im Finale trafen die Niederlande auf Italien. Italien, mit dem Weltranglistenersten Jannik Sinner in seinen Reihen, hatte im Viertelfinale Argentinien und im Halbfinale Australien besiegt. Bereits im Vorjahr waren die Italiener im Davis Cup zu stark für die Niederlande, und auch in diesem Jahr galten sie als haushoher Favorit im Davis-Cup-Finale. Van de Zandschulp traf auf Matteo Berrettini, während Griekspoor gegen Sinner antrat. Für die Niederlande wurde jedoch schnell klar, dass es eine schwierige Aufgabe werden würde, denn Berrettini spielte ein sehr starkes Match und besiegte Van de Zandschulp innerhalb von anderthalb Stunden (6:4, 6:2).

So lag es nun an Griekspoor, die Niederlande zu retten, und das war eine schwierige Aufgabe gegen Sinner, der nur eines seiner letzten 33 Einzelspiele verloren hatte. Griekspoor, der im ersten Satz gutes Tennis zeigte, erspielte sich dennoch einige Chancen. Seine beiden Breakbälle in diesem Satz konnte er jedoch nicht nutzen, und der Tiebreak ging an Sinner, der im zweiten Satz einen Gang zulegte und sich drei Breaks sicherte, um den Satz mit 6:2 für sich zu entscheiden. Damit war die Entscheidung gefallen, ein Doppelspiel war nicht nötig, und Italien gewann den Davis Cup, während die Niederlande mit ihrem zweiten Platz durchaus stolz sein können.

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